Fastenkrise und Entgiftungserscheinungen – oder doch etwas anderes?

Prinzipiell ist Dein Körper immer am Entgiften, vor allem über Nacht während Du schläfst.

Wenn Du nun bestimmte Nahrungsmittel reduzierst oder komplett weg lässt, beginnt Dein Körper, mehr zu entgiften und loszulassen, da er nun mehr Kapazität hat. Er wird über alle “Ausgänge” versuchen, so viele Altlasten und Schlacken, lauter Dinge die er davor einfach z.B. in Fettzellen gespeichert hatte, weil er nichts damit anfangen konnte,  loszuwerden: über Deine Leber und die Verdauung, und über Deine Haut (inklusive Zunge). 

Dir wird es während dieser Zeit möglicherweise nicht immer nur blendend gehen, Du könntest Dich vielmehr etwas schlapp fühlen – kein Wunder, Dein Körper betreibt gerade Aufräumarbeiten. 

Wie stark Du diese Effekte bemerkt, hängt davon ab, wie Du bis dahin mit Deinem Körper umgegangen bist. Warst Du Partytiger mit Alkohol und Drogen, oder Stammgast bei McDonald’s und in der Fertigprodukteabteilung, oder ernährst Du Dich seit einiger Zeit größtenteils frisch und pflanzlich, trinkst grüne Smoothies oder Säfte? Du siehst, Dein Körper kann also mehr oder weniger zu tun haben, Dich innerlich wieder auf Hochglanz zu bringen. 

Aufräumarbeiten, Hochglanz – ja, Du kannst Dir das Ganze tatsächlich ein wenig so wie den Frühjahrsputz in Deinem Haus vorstellen. Wenn Du regelmäßig Staub saugst, wischst und ausmistest, wirst Du beim Großputz weniger zu tun haben als jemand, der seit Jahren keinen Besen mehr benutzt hat. Und wenn Du da dann zu kehren beginnst, wird Staub weg gekehrt, aber auch aufgewirbelt. Das juckt in der Nase und lässt Dich husten. Aber Du machst weiter, denn Du weisst, dass es Dir besser gehen wird, sobald der ganze Dreck weg ist – und in Deinem Körper ist es genau so. Sobald die Altlasten weg sind, wirst Du Dich fabelhaft fühlen – bloss nicht unbedingt während dessen. 

Dies bedeutet nicht, dass jede/r, der eine Woche Saft oder Smoothies macht, furchtbar leidet. 

Manche bemerken kaum etwas von irgendwelchen Entgiftungserscheinungen, auch oft “Fastenkrisen” genannt – da sie sich gut vorbereitet haben, und wissen mit den “Pseudo” Entgiftungserscheinungen richtig umzugehen. 

Und weiters ist nicht jedes Symptom ein Zeichen der Entgiftung, sondern kann auch ein Zeichen Deines Körpers sein, dass Du eine Kleinigkeit ändern solltest. 

WAS IST EINE ENTGIFTUNGSERSCHEINUNG – UND WIE WERDE ICH SIE LOS? 

Hunger: Kein Entgiftungssymptom. Dem anfänglichen Hunger wirkt Du am besten durch Abführen entgegen – am wirkungsvollsten sind hier Einläufe, da sie Dich völlig entleeren. Würdest Du während Deiner Saft-Woche mal “umfallen” und doch wieder feste Nahrung essen, hättest Du am Saft-Tag danach wahrscheinlich also wieder Hunger. Achte ausserdem darauf, kein kohlensäurehaltiges Wasser zu trinken. 

Kopfschmerzen: Ein Entgiftungssymptom. Kopfschmerzen können durch Koffeinentzug entstehen. Deinen Kaffeekonsum schon im Vorhinein zu reduzieren hilft hier sehr gut. Zu spät dafür, Du bist schon mittendrin? Dann hilft auch hier ein Einlauf. Überlege ausserdem, ob Du genug Wasser trinkst (mindestens 1.5L pro Tag, auch wenn Du soviel Saft konsumierst), und erhöhe gegebenenfalls Deinen Wasserkonsum. Achte aber darauf, kein kohlensäurehaltiges Wasser zu trinken.

Schnupfen: Ein Entgiftungssymptom. Oft sind wir so an unsere blockierten Nebenhöhlen gewöhnt, dass wir sie schon gar nicht mehr bemerken. In einer Saft- oder Smoothiewoche fallen nun die Hauptauslöser von Schleimbildung weg – Getreideprodukte, Milchprodukte, aber auch Zigaretten – und Dein Körper beginnt, seine Abwehrhaltung zu lockern. Was passiert? Der angesammelte Schleim löst sich, und Du hast Schnupfen. Hier kannst Du mit Nasenspülungen mithelfen, entweder mit einem Salzwasserspray, oder einem Neti-Pot (den Du mit einer Mischung aus lauwarmem, reinem Wasser und Himalayasalz oder Meersalz füllst – Du brauchst dazu kein superteueres Spezial Neti Salz).  

Sehstörungen: Kein Entgiftungssymptom. Sehstörungen kommen vor allem nach dem Abführen mit Salz vor. Diese Methode ist stark entwässernd. Dein reduzierter Wasserhaushalt macht sich unter anderem mit einer Veränderung des Augeninnendrucks. Dies verschiebt wiederum den Brennpunkt in Deinen Augen was zu Folge hat, dass Du nicht richtig scharf siehst. Trinke Wasser, um innerer Austrocknung zu vermeiden oder rasch zu beheben. 

Kreislaufstörungen: Kein Entgiftungssymptom. Niedriger Blutdruck? Salz hilft, zum Beispiel in einer leichten Gemüsebrühe. Sellerie ist außerdem eine Resource für organisches Salz. Verwende täglich Sellerie in Deinen Rezepten Konsumierst Du genug grünen Saft oder grüne Smoothies? Zuwenig davon, und Dein Blutzucker sinkt ungewohnt ab. Zuviel Frucht, und Dein Blutzucker fährt Achterbahn.  

Außerdem gilt auch hier wieder: immer genug Wasser trinken. 

Belegte Zunge: Ein Entgiftungssymptom. Deine Haut ist das größte Ausscheidungsorgan Deines Körpers, und da gehört die Zunge dazu. Vor allem zu Beginn einer Saft-Woche kommt es oft vor, dass Deine Zunge stark belegt ist. Mit einem Zungenschaber entfernst Du den Belag im Handumdrehen.

Ölziehen ist ebenfalls sehr hilfreich. Du nimmst 1 EL Öl (am besten kaltgepresstes Kokosöl oder Sesamöl) in den Mund und bewegst es in Deinem Mund herum, “ziehst” es zwischen Deinen Zähnen durch und spülst so Deinen Mundraum. Schlucke es nicht hinunter, spucke stattdessen aus, falls sich sehr viel Speichel bildet und einen Schluckreflex auslösen würde. Nach 15-20 Minuten spuckst Du den Rest des Öles aus.

Schlechter Atem: Ein Entgiftungssymptom. bei Mundgeruch hilft einerseits der Zungenschaber, falls Deine Zunge belegt ist, ebenso das Ölziehen. Außerdem solltest Du Deine Zähne täglich mit Zahnseide bearbeiten (Und zwar auch ohne Saftwoche .. manche Zahnärzte meinen, Zahnseide ist wichtiger als Zähneputzen!). Und zu guter Letzt kann Wassermangel zu Mundgeruch führen – stelle also sicher, dass Du genug Wasser trinkst. 

Blähungen: Wenn der Obst- und Gemüsekonsum von einem and den anderen Tag auf einmal extrem erhöht wird, kommt es oft zu Verdauungsproblemen, Blähungen und Völlegefühl. 

Vermeide Rezepte mit Blumenkohl, Brokkoli, Kohlsprossen, Rotkraut und Weisskraut, Zwiebeln und Knoblauch, und kaue stattdessen ein paar Fenchelsamen oder Kümmelsamen. Die helfen übrigens auch ausgezeichnet bei Mundgeruch. 

Unreine Haut: Deine Haut ist wie schon erwähnt Dein größtes Entgiftungsorgan, und so ist es gut möglich, dass Dein Körper auch auf diesem Weg versucht, Altlasten loszuwerden. Probiere es mit einer Maske mit Heilerde oder grüner Tonerde (am besten das pure Pulver kaufen und selbst mit Wasser oder ein wenig Apfelessig anrühren) und so wenig Make-Up wie möglich. Du bist auch ohne Schminke liebenswert : )

Ressourcen:

Einlauf
Nasendusche Spray
Neti Nasenspülkännchen
Zungenreiniger
Gesichtsmaske

Hattest Du auch schon Fastenkrisen oder Entgiftungssymptome?
Wie bist Du damit umgegangen?

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2 comments

  • Hi- Danke für den Artikel. Ich heilfaste gerade selber und bin heut bei Tag 5. Trinke nur Wasser und ab und wann ein bisschen honig dazu um mein Hirn in Schung zu halten.
    Habe aber die letzen drei Tage eine grosse Krise gehabt ( bei vorherigen Fasten hatte ich dass nur bei Tag 3 und ab 5 hatte ich so viel Energie, dass ich anfing zu joggen und gewichte zu heben).
    Jetzt bin ich sehr schlapp und es fällt mir schwer.
    Aber ich ernähre mich seot vielen Jahre sehr gut und treibe regelmäßig Sport.
    Ich frage mich ob doe enotionallen Abfälle nicht auch eine grosse Rolle spiellen. Es kommt mir vor als müsse mein Körper eher mit den emotionalen Abfall kämpfen…
    Hmmm…
    LG!

    • Liebe Kariushka, entschuldige die späte Antwort – wie was der Rest Deines Fastens?
      Ja, der emotionelle Abfall spielt oft auch eine große Rolle, und da hilft es (mir), zu meditieren – einfach nur auf Deine Atmung zu konzentrieren und die emotionalen Wellen vorbeiziehen lassen – oder Yoga zu machen, sogar 10 Minuten tun schon gut.
      Ganz herzliche Grüße,
      Lisa

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