Alles über Rohkost Kakao

Rohkost Kakao. Schokolade in ihrer Urform. Der Kakaobaum (Theobroma Cacao, wörtlich: Nahrung der Götter) und seine Früchte wurden in der Kultur der Maya und Azteken als heilig betrachtet und bis ins frühe 20. Jahrhundert wurden Kakaobohnen in Mexico als Zahlungsmittel verwendet.

Heute wird Kakao grösstenteils in Westafrika angebaut und geerntet, allein an der Elfenbeinküste sind es 1,9 Million Tonnen, und weltweit gesamt über 4 Millionen Tonnen Kakao pro Jahr um die Nachfrage an Kakao und Schokolade zu decken.

 

Alles über Kakao:

Ist Kakao eine Bohne, eine Frucht oder Gemüse?

Welche Kakaosorten gibt es?

Was ist der Unterschied zwischen Kakaobutter, Kakaopulver und Kakaonibs?

Warum ist Rohkost Kakao so gesund?

Was ist in rohem Kakao drin?

Welche Wirkung hat Rohkost Kakao?

Rohkost Kakao ist giftig, stimmt das?

Rohkost Rezepte mit Kakao und Schokolade

Wo gibt es rohen Kakao zu kaufen?

Ist Kakao eine Bohne, eine Frucht oder Gemüse?

Der Name Kakaobohne verwirrt etwas, denn Kakao ist eine Frucht. Die immergrünen Kakaobäume wachsen in der Natur bis zu 15 Meter hoch, werden auf Kakaoplantagen auf etwa 3 Meter herunter gestutzt und normalerweise zweimal pro Jahr abgeerntet.
Die Farbe der Kakaofrucht variiert je nach Sorte von gelbgrün bis dunkelrot. Kakaofrüchte sind oval, wiegen im reifen Zustand etwa 500g und sind bis zu 30 cm lang. Das weisse Fruchtfleisch ist essbar, und schmeckt köstlich und süss nach Schokolade. Leider ist es nicht gut haltbar und daher nur frisch direkt von der Frucht zu bekommen. Im Fruchtfleisch finden sich bis zu 50 eingebettete, weiche weisse Samen von etwa 3 cm Länge – die Kakaobohnen. Braun werden die Samen erst nach der Ernte, wenn sie durch regelmäßiges Wenden getrocknet werden. 

Aus den ursprünglichen zwei Grundsorten haben sich durch natürliche Kreuzungen sowie absichtliche Züchtungen mittlerweile Tausende von Kakaovariationen gebildet die in Edelkakao und Konsumkakao unterschieden werden.

Edelkakao hat im Gegensatz zu Konsumkakao intensive Aromanoten. Je nach Sorte kann das Aroma von Kakao prinzipiell blumig, nussig oder fruchtig beschrieben werden; Schokoladen-Connaisseurs gehen aber noch viel weiter und finden Beschreibungen wie man die von guten Weinen kennt – holzig, erdig, karamellig oder rosinig zum Beispiel.

Der Geschmack von Kakao wird nicht nur von den Genen der Pflanze, sondern auch von umgebenden Klima und dem Boden bestimmt. Daher werden Kakaosorten nach deren Anbaugebieten unterschieden.

 

Welche Kakaosorten gibt es?

Die bekanntesten Kakaosorten sind heute Forastero, Nacional, Criollo und Trinitario.

Forastero hat seinen Ursprung im Amazonas Urwald und schmeckt zwar sehr kräftig und intensiv nach Kakao, durch das wenige Aroma aber gleichzeitig oft auch bitter oder säuerlich. Forastero ist der meist genutzte Konsumkakao weltweit. Eine der Untersorten ist Bahia.

Nacional kommt aus Ecuador und gehört eigentlich zum Forastero Kakao. Mit seinem starken Aroma und Geschmack zählt Nacional zu den Edelkakao-Sorten. Eine Untersorte davon ist Arriba, ein geschmacklich sehr blumiger Kakao.

Criollo wird als der feinste Edelkakao gesehen, da er einen recht milden Kakaogeschmack hat und durch seine ausgeprägten Aromen kaum bitter oder säuerlich schmeckt. Er ist in Venezuela heimisch und heutzutage recht selten. Von Criollo gibt es verschiedene Untersorten, am bekanntesten sind hier Pentagona, Guasare und Porcelano.

Trinitario stammt aus Trinidad und ist eine natürliche Mischung aus Forastero und Criollo. Dieser Kakao kann sehr intensive Aromen und einen kräftigen Geschmack mit leichter Säure haben. Von Trinitario gibt es etwa 300 Untersorten, zum Beispiel Grenada oder Carupano.

Was ist der Unterschied zwischen Kakaobutter, Kakaopulver und Kakaonibs?

Alles über Rohkost Kakao

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Kakaobohnen:

Kakaobohnen gibt es im Ganzen mit oder ohne Schale. Sie können im Mixer oder einer Kaffeemühle einfach gemahlen werden und in allen möglichen Rezepten verwendet werden .

 

Kakaobutter:

Das kaltgepresste Öl der Kakaobohne. Es macht etwa 50% der Bohne aus und wird für weisse Schokolade, Fudge und Pralinen verwendet und kann auch als feuchtigkeitsspendende Körperbutter eingesetzt werden.

Tipp – rauhe Stellen und trockene Haut mit einem Stück Kakaobutter einreiben. Die Körperwärme wird die Kakaobutter zum Schmelzen bringen, da Kakaobutter bei etwa 35 Grad Celsius schmilzt.

 

Kakaopulver:

geschälte, entölte und kalt gepresste Kakaobohnen. Wenn auf der Packung nicht irgendwo “Rohkostqualität” draufsteht, wurde der Kakao ziemlich sicher erhitzt und geröstet. Kakaopulver ist perfekt für Nutella, Schokotörtchen, Mousse Au Chocolat und zarte Schokolade.

 

Kakao Nibs:

sind geschälte und feingehackte Kakaobohnen, und können zb. als Stracciatella-Eis, in Müsli oder Studentenfutter verwendet werden.

Warum ist Rohkost Kakao gesund?

Im Gegensatz zu klassischer Milchschokolade ist Rohkost Schokolade und Kakao ausgesprochen gesund, da seine Nährstoffe und die damit einhergehende Wirkung weder durch das Rösten der Kakaobohnen noch durch die Zugabe von Milch(pulver) und Industriezucker verringert oder gar zerstört werden.

Kakao in Rohkostqualität wird ausserdem glücklicherweise meist nur in Bio-Qualität angeboten und oft in Permakulturen zusammen mit anderen Obstbäumen angepflanzt wodurch er ein feines Aroma erhält.

 

Was ist in rohem Kakao drin?

In seinem rohen, ungerösteten Zustand enthält roher Kakao 1200 bisher nachgewiesene chemische Stoffe, davon mehr als 300 erwiesenermaßen wirksame Substanzen, und ist unter anderem eine hervorragende Quelle von Antioxidanten (Flavonol) und Magnesium (gut für Muskelentspannung, Herz und Gehirn).

Außerdem ist Kakao reich an Neurotransmittern die stimmungsaufhellend (durch Erhöhung des Serotoninspiegels und Freisetzung von Endorphinen) und libidosteigernd wirken können (Tryptophan, Neurotransmitter Anandamid, Dopamin, Phenylethylamin – PEA und Serotonin).

Kakao enthält ausserdem Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), die den Abbau von Neurotransmittern im Blut verlangsamen, kann weiters blutdrucksenkend wirken, die Verdauung fördern und einerseits das Herz-Kreislaufsystem schützen und den Körper entspannen, andererseits gleichzeitig zusammen mit Theobromin für mehr Konzentration und Energie sorgen.

Magnesium – bis zu 500mg pro 100g. Kaum eine Pflanze enthält mehr davon. Gut für einen rhythmischen Herzschlag, Knochenaufbau, Stoffwechselregulation und erhöhte Gehirnleistung. Muskelentspannend und krampflösend – sehr hilfreich für Sportler oder während der Periode.

Kalzium – stärkt Deine Knochen und Zähne und unterstützt Blutgerinnung sowie die Weiterleitung von Nerven- und Muskelimpulsen. Kakao enthält zwar Oxalsäure welche wiederum die Aufnahme von Kalzium hemmt, dies kann aber laut der DGE vernachlässigt werden, da die Kalziumbilanz eher von der Kalziumausscheidung als -aufnahme abhängt.

Eisen – essentiell für Blutbildung, seine Bioverfügbarkeit lässt sich durch die Verbindung mit Vitamin C steigern.

sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole) + Antioxidanten (Flavonoide) – senken den Blutdruck, verbessern die Durchblutung, reduzieren das Risiko für Alzheimer, schützen Zellen indem die Oxidation verlangsamt oder sogar verhindert wird und freie Radikale bekämpft werden. Dies reduziert den Alterungsprozess, Fettablagerungen in den Blutgefäßen und Stress. Weniger Stress verringert wiederum die Wahrscheinlichkeit für Entzündungen.

MAO Hemmer – verlangsamen den Abbau von Neurotransmittern im Blut.

Neurotransmitter – Tryptophan ist eine Vorstufe von Endorphinen, Serotonin und Dopamin, und wird im Körper in die wichtigen Botenstoffe umgewandelt. Dadurch können Schokolade und vor allem ganze Kakaobohnen, Kakaonibs oder purer Kakao stimmungsaufhellend wirken und für Glücksgefühle sorgen.

ungesättigte Fettsäuren – im Fett der Kakaobohne ( >> der Kakaobutter) unterstützen eine gesunde Herzfunktion und den Spiegel gesunder Cholesterine. Ausserdem wirkt die mehrfach ungesättigte Fettsäure Anandamid, ein körpereigenes Cannabinoid, stimmungsaufhellend und entspannend.

Theobromin – eng verwandt mit Koffein und ähnlich, allerdings milder in seiner Wirkung. In Maßen genossen, stimuliert Theobromin das Nervensystem und erweitert die Gefäße, mildert Hustenreiz und kann die Gemütslage verbessern. Zuviel davon kann allerdings in Kopfschmerzen, Herzrasen und Schweissausbrüchen resultieren.

 

Welche Wirkung hat Rohkost Kakao?

Langsam und schonend verarbeiteter Kakao, der nicht über 42 Grad Celsius erhitzt wurde, enthält sämtliche wertvollen Inhaltsstoffe die sich so in voller Kraft entfalten können:

Energie >> Der Hauptwirkstoff Theobromin wird vom Körper langsamer verstoffwechselt als Koffein und hat dadurch eine langsamere, gleichmäßiger und länger anhaltende Wirkung als Koffein. Mit ein Grund, nicht direkt vor dem Schlafen gehen noch etwas sehr Kakaohaltiges zu sich zu nehmen. Wenn Du hingegen länger wach bleiben willst, ist Kakao umso mehr geeignet.

Glücksgefühle + PMS >> Anandamide, Tryptophan und Salsolinol reduzieren Stress und beeinflussen Deine Stimmung positiv und motivieren, lösen Endorphine aus und geben Dir ein Gefühl der Euphorie, vor allem bei regelmäßigem Verzehr von Kakao. Der durch Kakao erhöhte Serotoninspiegel wirkt zudem nicht nur als Antidepressivum, sondern hilft auch, prämenstruelle Symptome zu reduzieren. Gleichzeitig wird die Ausschüttung von Endorphinen stimuliert, ähnlich dem “Runner’s High” bei langen Läufen.

Gehirnleistung >> Kakao sorgt ausserdem für eine schärfere Wahrnehmung und verbesserte Gehirnleistung, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionszeit.

Entspannung >> Magnesium entspannt Deine Muskeln und hält Deinen Herzschlag schön rhythmisch.

Gewichtsabnahme >> Kakao kann helfen, schlank zu bleiben bzw. ist beim Abnehmen und Diät unterstützend da er schon in seiner naturbelassenen Form süss schmeckt und Lust auf Schokolade befriedigt, dabei gleichzeitig so sättigend wirkt, dass Du nur ein kleines Stück brauchst um zufrieden zu sein anstatt Riesenmengen hinunterzuschlingen und Dich danach nur noch schlechter zu fühlen.

Wenn Du dunkle Schokolade noch nie ausprobiert hast, wird sie natürlich nicht so süss wie herkömmliche Milchschokolade schmecken, die Umgewöhnung dauert aber nicht lange – probiere anfangs Glückkugeln oder Brownies.

Gesundes Herz >> Kakao senkt den Blutdruck, beugt Herzkrankheiten, Blutgerinnseln und der Verklumpung von Blutplättchen vor.

Diabetes >> Die Flavonoide im Kakao senken nicht nur Blutdruck und Cholesterin, sie verbessern auch die Verarbeitung von Zucker im Körper. Regelmäßiger Genuß von rohem Kakao hält den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht und beschleunigt gleichzeitig den Zuckerstoffwechsel während Heisshungerattacken auf Süsses vorgebeugt wird.

Chronischer Husten >> Das im Kakao enthaltene Theobromin blockiert die sensorischen Nerven für Hustenreflex und wirkt dabei angeblich sogar stärker als Codein.

 

Ist roher Kakao giftig?

Ja und Nein. Ja, denn für einige Tiere ist Kakao sehr wohl giftig, genauer gesagt, das im Kakao enthaltene Theobromin. Menschen (und auch Mäuse und Ratten) besitzen ein Enzym welches Theobromin abbaut, vielen Tieren fehlt dieses Enzym.

Beim Menschen geht es eher um Nebenwirkungen von hohen Dosen rohen Kakaos. Exzessiver Verzehr von Kakao kann, besonders in Kombination mit Kaffee, eine Art Rauschzustand auslösen und zu Nervosität, Unruhe, Erschöpfung und Schlafstörungen führen. Dauerkonsumenten von großen Mengen Kakao berichten zuweilen von körperlicher und seelischer Abhängigkeit – für den Normalverbraucher sollte Kakao in Maßen genossen allerdings keine Probleme mit sich bringen. Wie immer macht auch hier die Dosis das Gift.

Grundsätzlich wird empfohlen, mit einer kleinen Dosis von 1 Kakaobohne oder 1 Teelöffel pro Tag zu starten, und die Menge mit der Zeit nach und nach zu steigern.

Wie esse ich Kakao am besten?

Wenn Du Kakao in Deine tägliche Ernährung integrieren willst, hast Du zahllose Möglichkeiten die weit über normale Schokolade hinausgehen.

Zum Frühstück kannst Du Kakao in einem Schoko-Shake, als warmen Kakao oder in einem Schoko-Müsli genießen, für zwischendurch gibt es ganze Bohnen und Kakaonibs zum Knabbern. Diese kannst Du aber auch genauso gut im Mixer zerkleinern und für Glückskugeln oder Schoko-Törtchen verwenden.

Die beste Wirkung entfaltet Kakao, wenn Du ihn langsam genießt und möglichst lange im Mund behältst. Schokolade im wahrsten Sinne des Wortes auf Deiner Zunge zergehen lässt, Nibs und ganze Bohne wie Bonbons lutscht, dann gründlich zerbeisst und schluckst. So kannst Du Heisshunger radikal reduzieren und Dir selbst neue Energie geben.

Wenn Du Kakao noch intensiver erleben willst, empfehle ich Dir eine Kakao Zeremonie ♥.

Bevor es das Massenprodukt Schokolade gab, wurde Kakao von indigenen Völkern wie Mayas und Inkas mit dem Wissen des Effekts auf Körper und Psyche als Nahrung der Götter, als Medizin und Rauschmittel traditionell in Zeremonien verwendet.

Eine Kakao Zeremonie kannst Du für Dich selbst zubereiten, oder mit anderen zusammen erleben, in vielen Städten gibt es mittlerweile auch richtige Kakao Parties, bei denen auf Drogen und Alkohol verzichtet wird, es dafür starken Kakao gibt wodurch Du Musik stärker erlebst und stundenlang tanzt – als würde Dich jeder sehen, und es Dir aber völlig egal ist.

Wo gibt es rohen Kakao zu kaufen?

Rohen Kakao gibt es in jedem Bioladen, vor allem Alnatura, und den meisten Drogeriemärkten wie dm sowie vielen Supermärkten. Online findest Du noch viel mehr Auswahl – achte einfach darauf, dass das Produkt als Rohkost und Bio gekennzeichnet ist.

ROHKOST-REZEPTE MIT KAKAO + SCHOKOLADE:

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